Indien in 7 Tagen

Im November durfte ich mit 35 Mitgliedern des b-to-v Investorenkreises eine Woche lang Indien bereisen. Wie immer bei diesen Reisen hatten wir ein sehr straffes Programm mit sehr vielen Pitches von Startups, vielen Geprächen mit Angels und VCs und auch wieder etlichen etablierten Unternehmen – dazu ein Sightseeing-Programm, um auch die kulturellen Schätze des Landes zu entdecken. Für mich sind die b-to-v-Reisen die tollste Möglichkeit, ein Land kennenzulernen – soweit es in so kurzer Zeit überhaupt möglich ist. Zusammenfassend habe ich folgendes bei der Reise gelernt: - Ich habe das indische Volk als ein sehr sehr freundliches erleben dürfen. - Obwohl die Armut für westliche Verhältnisse unvorstellbar ist, können die Indier wohl auch aufgrund ihrer Tradition und Religion doch recht gut damit umgehen. - Wirtschaftlich ist Indien in den wesentlichen Kennzahlen wohl eher 15 Jahre hinter der chinesischen Entwicklung hinterher. - Große Teile der Infrastruktur erscheinen völlig unterdimensiniert für fast 1,3 Mrd. Menschen. Dies hat zur Folge, dass man für viele Strecken wesentlich längere Zeit benötigt als in anderen Teilen der Welt. Der Verkehr in den Großstädten ist Wahnsinn, durch das fortlaufende Hupen aller Verkehsteilnehmer wirkt es sogar noch hektischer. Aber auch eine normale Landstrasse dort ähnelt eher einem Bazar denn unseren Überlandstrassen. - Die Demokratie in Indien ist ja wirklich erstaunlich, allerdings wird sie wohl durch eine nicht unerhebliche Korruption immer wieder schwer auf die Probe gestellt. Anscheinend können wohl auch wichtige Großprojekte sehr lang dauern und können vielfältig verzögert werden. - Es gibt wohl einige wenige sehr sehr reiche und einflussreiche Familien in Indien, die sich das wirtschaftliche Leben aufteilen. Von diesen wird anscheinend nicht erwartet, dass sie sich um alle anderen kümmern (können). - Einige der großen Firmen scheinen einen ernormen Anteil des Umsatzes im Ausland zu machen. - Sehr viele Inder sehen in Amerika das große Vorbild und gehen zur Ausbildung dorthin. Einige kommen auch wieder zurück. Nach Europa hat sich kaum einer erkundigt. - Wir haben sehr viele sehr intellegente Inder getroffen, die wieder zurückgekommen sind. Dies sollte dem Land Hoffnung geben. - Die Internetszene ist durchaus beachtenswert – auch haben wir trotz großer Schwierigkeiten mit der Logistik viele beeindruckende eCommerce-Ansätze gesehen. - Allein durch das Bevölkerungswachstum wird die indische Wirtschaft in den nächsten Jahren weiterhin enorm wachsen. Falls es Indien gelingt, die jetzt noch teilweise unnötig brachliegenden Energien zu aktivieren, könnten so ein Riesenland z.B. durch 4G den direkten Sprung nach Übermorgen schaffen. Insgesamt ist Indien ein sehr freundliches Land, dem ich wünsche, seine enormen Herausforderungen zu meistern. Vielen Dank für die Gastfeundschaft – würde mich freuen, wenn ich bald mal wiederkommen könnte!
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Reiner

My name is Reiner, born in 1966...

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